Förderung von individuellen Mensch-Natur-Resonanzen
In meiner Promotion am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) und der Technischen Universität Dresden stand die wechselseitige Beziehung zu Natur im Fokus. Letztlich sind hier relationale Werte und Fähigkeiten von immenser Bedeutung, wenn wir als Menschen von einer „stummen Beziehung“– wie Hartmut Rosa es nennt – zu einer resonanten fürsorglichen Beziehung mit Natur streben. Eine solche gleichberechtigte Beziehung wird als besonders tiefer Hebel für die Nachhaltigkeitstransformation verstanden und wird aktuell bereits von Indigenen Kulturen in Form einer spirituellen Zugehörigkeit zu Mutter Erde, Bergen, Seen, Steinen, Pflanzen und Tieren praktiziert.

In unserer Konzeptualisierung individuellen Mensch-Natur-Resonanz spielen neben philosophischen Fragen auch transpersonale Psychologie und psychotherapeutische Werkzeuge wie Achtsamkeit und Selbstmitgefühl eine wichtige Rolle. Denn neben nichtmenschlicher Natur ist auch der mitfühlende Umgang mit unseren eigenen menschlichen Natur, unserem Körper, unseren Gedanken und Gefühlen Teil dessen. Um dann ins Machen zu kommen und konkret resonante Beziehungen zu Natur zu fördern, haben wir die potentielle Rolle von Ritualen hervorgehoben. Das hat auch der Club of Rome in seinem Earth4All paper „The System Within: addressing the inner dimensions of sustainability and systems change“ bestätigt. Im Rahmen einer fünfwöchigen Machbarkeitsstudie zu individueller Mensch-Natur-Resonanz haben wir getestet, ob eine resonante Beziehungsqualität zu Natur durch bestimmte Übungen gefördert und mithilfe ausgewählter psychologischer Skalen gemessen werden kann.
Nachhaltige Stadtentwicklung
Aber auch die Ebene der derzeit noch stark anthropozentrischen Raumplanung und – entwicklung hat viel Potential, um unsere Beziehung zu Natur zu stärken. So kann Natur als lebendiges Wesen und mit Rechten behandelt sowie unsere gegenseitige Verbundenheit an öffentlichen Orten zelebriert werden. Dadurch kann an ihre Bedürfnisse im öffentlichen Raum erinnert und ihren Vertreter:innen mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung gegeben werden. Im diesem Kontext der Landschaftsarchitektur habe ich bislang mehrere Masterarbeiten begutachtet – wie etwa eine Arbeit zu Naturerfahrungsräumen oder Werke zur Frage eines harmonischen städtischen Zusammenlebens mit Hunden.

